Ein Wochenende in Paris ohne Kinder

Ich freu mich so… endlich hat alles geklappt und wir fahren in ein paar Wochen ein Wochenende nach Paris… ohne Kinder…
Das gab es ja schon ewig nicht mehr…
Letztes Jahr haben mir unsere Großen (unser Sohn und seine Freundin) ein Wochenende Babysitten geschenkt, und ich bin mit meinem Mann alleine nach Prag gefahren… und es war ganz zauberhaft.
Wir haben eine ganz neue Stadt kennen und lieben gelernt und diese im letzten Jahr auch noch einige Male besucht. Darüber habe ich auch einige Posts geschrieben
Prag hat mich in einigen Straßen schon an Paris erinnert, aber das Original bleibt das Original. Und so habe ich gestern mit Max‘ Freundin ein Wochenende ausgesucht und kurzerhand ein Hotel im Marais gebucht und überlegt, ob wir für diese kurze Zeit mit dem Wagen fahren oder mal den Thalys nehmen… ok, der Thalys hat gewonnen… mit 3,5 Stunden doch unschlagbar.
Zum ersten Mal testen wir in unserem Lieblingsviertel ein Hotel… bin gespannt… von der Lage und den Fotos ist es perfekt… ich werde dann berichten.
Ich freu mich so sehr auf diese Auszeit, denn die letzten Wochen waren zwar sehr positiv, aber auch sehr anstrengend, und da mit der neuen Wohnung noch so einiges im Argen liegt und ich fast täglich mit Telefonaten und Handwerkern zu tun habe, ist es ein schöner Lichtblick, bald, wenn auch nur für kurze Zeit, mit meinem Schatz durchs Marais zu bummeln und all unsere liebgewordenen Orte dort wieder live zu erleben.
Für mich ist die Vorfreude immer ganz besonders und trägt mich durch so manche blöde Situationen, und in Gedanken bin ich schon am Kofferpacken… denn in Paris habe ich immer Lust, mich etwas schöner anzuziehen als in meinem Alltag als arbeitende Mama.
Und vielleicht finde ich ja auch eine Kleinigkeit für meinen Geburtstag Anfang März… ich werde mal die Augen offen halten…
Herzensgrüße

Eure Rike


Warum ich mit zwei neuen Taschen aus Paris zurückkehrte…

Es war wie immer wunderschön in Paris …deshalb nehm ich euch heute nochmal an die Hand und lauf mit euch ein bisschen durch die Straßen von Paris…

Wer in St. Germain unterwegs ist, sollte unbedingt bei Ralph Lauren auf dem Boulevard St. Germain in sein entzückendes Restaurant schauen …so toll …schon die blaue Eingangstür und der Gang dorthin: eine wahre Augenweide…
Seitdem ich dort war, träume ich übrigens von blauem Geschirr, und war gleich im BHV, meinem Lieblingskaufhaus auf der Suche danach …
Diese Shoppingoase mag ich sehr gerne …nicht nur, weil sie in meinem Lieblingsviertel liegt und ich somit viermal täglich daran vorbeilaufe …sondern auch, weil ich dieses kleine, etwas heimelige mag, im Gegensatz zu den Galeries Lafayette und dem Bon Marché ist es wirklich ein Minikaufhaus und deshalb auch nicht so touristisch überlaufen…und wenn ihr wüsstest, was in unserem Haushalt alles von dort stammt – ich shoppe da jetzt schon seit ca. 9 Jahren – und mich somit täglich an Paris erinnert …würdet ihr schmunzeln!!!
Ich sag nur: vom Toaster über den Wäscheständer bis hin zum Fahrradhelm (davon gibt es leider kein Foto… hat der Gatte beim Packen in der Wohnung vergessen, wird aber nachgeschickt!!!) …sind wir da gut „französich „ausgestattet …und auch diesmal wurde dort einiges …Wichtiges!!!… erstanden …unter Anderem habe ich diese Traumtasche von Vanessa Bruno noch in letzter Sekunde …also wirklich …auf dem Weg zum Parkhaus mitgenommen …ich träumte von ihr seit dem letzten Besuch zu Weihnachten und hab sie gefühlte 20 mal umgehabt und aufgrund ihres stolzen Preises wieder weggehängt …
und nun schlepp ich sie auch wirklich bei jeder sonnigen Gelegenheit mit und bin schwer verliebt… vorallem passt sie zu wirklich jedem Hauch von blau und davon gibt es ja genug in meinem Sommerkleiderschrank!!!
Ist also so ein richtiges cost-of-wear-Stück, würde meine Freundin sagen…
Das Kleid oben ist übrigens von Uniqlo…
da ist ja schon der Laden so schön, dass man nur auf Grund des Geschäfts schon ins Marais muss…
Also an diesem Eingang nicht vorbei gehen …Gott sei Dank war bei Uniqlo Sale, das hat dann mein teueres Taschenkaufdesaster komplett ausgeglichen… hüstel!!!
Ich hab da nämlich noch so ein Traumstück aus Paris mitgenommen…
Der Laden von Inès de la Fressange war erst wenige Tage zuvor eröffnet worden, als wir nach Paris kamen…
Und warum er in dieser Woche zu einer Art zweitem Zuhause in Paris wurde… erzähle ich euch im nächsten Paris-Post!!!
Hier nochmal das Traumstück… „Arbeitstasche“ meinte mein Mann (nett ist er)… am Fuße des Eiffelturms ist dieses Bild entstanden… also ehrlich… mehr Paris geht doch nicht, oder???
Herzensgrüße
Eure Rike




Paris – aus meiner Sicht

Enfin, nous sommes arrivés à PARIS …
Ein Traum wird wahr – wir reisen nach Paris, für mich die schönste Stadt der Welt, mit der ich so viele tolle Erinnerungen verbinde – und nach diesem Aufenhalt bestimmt noch mehr…
In Paris wurden wir von strahlendem Sonnenschein empfangen, da ging mir gleich das Herz auf…

Bienvenue – Nachtrag und ein kleiner Pariseindruck

… ich hab da noch einen Nachtrag.
Bei meinem letzten Post war es wohl doch zu spät, also jetzt hier –

I proudly present: unsere Jule, auch eine waschechte Bayerin vom Starnberger See. Muss ja alles seine Richtigkeit haben .Also 2 kölsche Jungs, 2 bayrische Dirndl.

Aber jetzt starten wir zur ersten Paristour – ich hab da mal was vorbereitet, haha, unser erstes Parisselfie, und wundert euch nicht – ja, die Haare waren megakurz und dunkel, hab ich selbst geschnitten. Da werdet ihr noch viel mit mir erleben – schon allein in diesem Post.
Also denkt euch nix dabei, wenn da eine Frau auf den Fotos ist,  werde ich es wohl fast immer sein – mit häufig wechselnder Haartracht oder -pracht.
Ich schweif schon wieder vom Thema ab, auch daran bitte gewöhnen, mir fallen immer zwischendrin so viele Dinge ein … OK, es geht los.
Als kleines Mädchen war ich mit meinen Eltern in Paris, und da begann diese unendliche Sehnsucht nach dieser Stadt. Sobald ich dort bin, werde ich zu einer viel relaxteren Rike, denn ich fühl mich dort soooo zu Hause.
Später hatte ich das Glück, fast alljährlich Kongresse in Paris betreuen zu dürfen. Aber mein Paris lernte ich erst mit meiner Familie kennen. Jetzt hab ich das Glück, einen sehr gut Französisch sprechenden Mann an meiner Seite zu haben. Zudem ist er noch mit einem französischen Nachnamen gesegnet (war übrigens mit der Hauptgrund, warum ich ihn schon zweimal geheiratet habe) (pppssstt, sagt es ihm bitte nicht, er glaubt noch heute, es waren seine Blondinenwitze und „Koch“künste).
Oh , ich schweife … also, der Nachteil dieser seiner Sprachkenntnisse führt leider dazu, dass meine im Keim erstickt wurden. Also kurzum, der Franzose, speziell der Pariser, hat es ja bekanntlich sehr gerne ,wenn man seine Sprache perfekt spricht und bei Nachfragen einen französischen Nachnamen hat.
Aus Kostengründen mietete ich also eine Wohnung über das Internet, die wirklich im prallen Leben mitten im Marais lag (sie wurde unser zweites Zuhause). Sie war sehr klein, aber ganz entzückend eingerichtet, ganz genau passend für uns. Und in der Flurküche haben wir die tollsten Menüs gezaubert.
Da wir sehr unbedarft an diese Geschichte herangegangen sind, hatten wir immer Roller und Laufrad dabei und wussten in kürzester Zeit, wo die einschlägigen Spielplätze der Nachbarviertel lagen.
Dort ein kinderfreundliches Bistrot zu finden, auch bestens geeignet für diverse Wickel- und Toilettenaktionen, war meist nicht schwer. Am liebsten haben wir aber einfach ein pique-nique veranstaltet und uns in den köstlichen kleinen Geschäften im Viertel, die es dort Gott sei dank noch immer gibt, mit Käse, Baguette usw. eingedeckt.
Pflichtbesuch war immer mindestens einmal, im Restaurant gegenüber chez Jerry einzufallen: ein Harleyfahrender, älterer Franzose, der unseren Wohnungsschlüssel verwaltete. Bei Jerry gibt es die weltbesten Steaks (entrecôtes) – und das sagt mein Mann, der kennt sich da aus (meint er) – und das wirklich köstlichste Kartoffelgratin überhaupt. Und für unsere Kinder hatte er immer gebratene Eier gemacht, und obwohl ich dort nie Kinder gesehen habe, war der Platz für unseren Kinderwagen immer reserviert. Nicht zu vergessen Brigitte, seine entzückende Frau, die so unglaubliche Desserts macht. Ich muss die beiden unbedingt im Juni mit einplanen, um dort zu essen. Es gibt dort auch so köstlichen Hauswein – dazu gibt es noch eine tolle Geschichte, aber die kommt später mal und hat mit unserem Jüngsten zu tun.
Etwas Besonderes waren immer unsere Weihnachtsfeste in Paris. Da wir keine Familie zu den Feiertagen besuchten, kam mir irgenwann der Gedanke, Weihnachten mit meiner kleinen Familie eine neue Tradition einzuführen – so hatten es meine Eltern damals auch gemacht, wir feierten immer in unserer kleinen Ferienwohnung im Sauerland. Also wurde ein kleiner künstlicher Baum schön (?????) geschmückt,
 das geliebte Fondue eingepackt und ab nach Paris. Als unser Großer schon alleine in Köln wohnte, setzte er sich einfach in den Thalys und war dann auch pünktlich bei uns.
Welch ein Traum, in dieser Stadt einkaufen zu gehen. Es war wie in einer anderen Welt – diese riesigen Meeresfrüchteplatten, die bei unserer Fischhändlerin an der Ecke bestellt wurden, kamen mit Lieferwagen an, um unseren Nachbarn ein tolles Fest zu bescheren. Um den Kindern die Wartezeit beim Einkaufen zu verkürzen, hatte sie immer Lutscher parat und zeigte ihre tollsten Exemplare aus dem Meer. Was die Kinder hier an Lebensmitteln zu sehen bekamen, gab es in Deutschland gar nicht mehr oder so zerkleinert und verpackt, dass man es nicht mehr erkennt.
Ganz besonders beeindruckend war immer die geduldige Schlange an den Patisserien, wo die vorbestellten bûches de Noël angeliefert wurden: ein wie ein Baumstamm aussehender Weihnachtskuchen, den es auch nur dann gibt. Und ihr werdet es nicht glauben, die Pariser stehen Stunden geduldig in der Schlange, um ihren persönlichen Kuchen abzuholen, der zudem für unsere Verhältnisse unglaublich viel kostete.

Das war übrigens eine der großen Erkenntnisse über die französische Lebensart – mit welchem Bedacht sie ihre Lebensmittel auswählen und welch großen Teil ihres Einkommens dafür gerne ausgeben, hat mich immer erstaunt und verzückt und auch bei mir zu einem Umdenken geführt. Jede Frucht wird auf die Reife überprüft, und der Metzger entscheidet, welches Stück Fleisch genau das einzig richtige für dieses oder jenes Gericht sein kann. Eine Leidenschaft, die mein Mann teilt und die außerdem seine Sprachkenntnisse erweitert, was dringend nötig war, da er unbedingt aus einem französischen Kochbuch kochen wollte.

 Echt ambitioniert, aber diese Zeit habe ich ihm gerne gelassen, es gab ja überall diese kleinen Geschäfte mit ihrem französischen Flair, dahin habe ich mich dann gerne abgesetzt.

So, ihr Lieben, jetzt ist Schluss für heute mit Rikes Pariseindrücken, die Familie hat Hunger, und ich wollte auch noch ein paar Fotos raussuchen. Leider gibt es nicht viele, es war Teils vor meiner Iphone-Zeit und leider ist mal ein PCc mit allen Fotos ins Nirwana gestürzt.
Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und habt gelacht oder geschmunzelt, das würde mein Herz sehr erfreuen.

À bientôt et grand bisou !
Herzensgrüße
Rike