Heute bin ich mal Französin


Am Morgen hat meine Tochter meinen „Nachbarschaftspost“ gelesen und für gut befunden, und ist dann mit den Nachbarskindern in die Schule gerollert.

Der einkaufende Göttergatte hat sogar, da das ja eine leitende Position ist – das Einkaufen meine ich,  ein Peugeot Cabriolet als Dienstwagen. „Jaja, da gehen nur französische Automarken im Hause Bloggermaman“ habt ihr euch schon gedacht. Wer seinen Wäscheständer und Handfeger mit Kehrblech im BHV, dem Kaufhaus im Pariser Marais, kauft und schon bei zig Umzügen mitgeschleppt hat, der fährt Peugeot – auch wenn der Große es sehr belächelt: wäre ja wohl ein Frauenauto – ok, damit kann mein Mann gut leben. Außerdem fährt er ja außer am Einkaufstag konsequent Fahrrad.

Noch so ein Pluspunkt des neuen Jobs, mein Mann kann dort mit dem Fahrrad hinradeln und das liebt er …

Also wo waren wir, ach ja, das Töchterlein ist aus dem Haus und
der Papa radelt (heute ist kein Einkaufstag) mit Sohnemann stolz auf dem Laufrad Richtung Kinderhaus, die Katze ist versorgt und schläft, da denke ich über die Worte meiner Lieblingsnachbarin M. nach, über das aufgeräumte  Erdgeschoss usw.

Sie ist ja echt clever und hat schon langjährige Erfahrungen mit einem Reihenhaus, allerdings die noble Kategorie „Reiheneckhaus“ mit größerem Garten (Badetuch) und auch mehr Fenstern (wäre bei uns schlecht möglich, ich würde dann praktisch in ihr Wohnzimmer schauen…) Und da Fensterputzen nicht zu meinen Leidenschaften gehört, kann ich da ganz gut mit leben,wenn nicht die Lichtverhältnisse für meine Selfies bei Instagram so schlecht wären, dass ich immer die Haustür auf lassen muss, was die rauchenden Herren im Büro gegenüber immer sehr erstaunt. Die denken sich ihren Teil, wenn ich da immer in Hausschuhen, äh natürlich in High Heels vor der Haustür rumturne und immer, wirklich immer mit roten Lippen, sonst wirkt das Gesicht auf den Fotos so konturenlos. Deshalb weiß ich jetzt auch endlich immer, wo mein Lippenstift liegt – auch so ein Vorteil seit der Instagramzeit.

Ich nehm mir also M.s Worte zu Herzen und räume und putze das Erdgeschoss und verteile die Wäsche auf die anderen Etagen – und wirklich, sieht super aus, bin schwer beeindruckt von mir und kann nun guten Gewissens in die Stadt, um ein paar Fotos von meiner neuen Lieblingsstadt zu schießen, denn heute kann jeder zu mir auf einen Raatsch kommen, so wie das hier glänzt!!!

Erstmal wollte ich den perfekten roten Lippenstift finden, ein nicht so einfaches Unterfangen, denn man muss genau darauf achten, ob die eigene Hautfarbe einen eher gelb- oder blaustichigen Unterton hat. Und bitte achtet auch auf die Zahnfarbe, da macht es einen großen Unterschied, in welche Richtung der Lippenstift tendiert. Bei mir übrigens in die Blaurichtung, und mein perfektes Rot ist der Chanel Nr. 19 „Gabrielle“, das ehrt mich, denn das ist ja der richtige Name von „Coco“ Chanel.

Zweiter Punkt auf meiner Liste: ein dunkelblauer glockiger Sommerrock, Länge bis zum Knie – ich habe nämlich beim Kleiderschrankshopping festgestellt, dass ich die weibliche Komponente ein bisschen ausbauen muss und für meine schönen Oberteile einen passenden Rock brauche. Ich finde es übrigens sehr wichtig, auch die weibliche Seite in der Garderobe nicht zu vernachlässigen, also trage ich gerne Röcke und Kleider und auch hohe Schuhe, dem Anlass entsprechend.

Aber mal ehrlich, für ein paar Flip Flops hat man doch immer Platz in der Tasche, wenn man mal auf den High Heels nicht weiterkommt, wozu haben wir denn diese tollen Taschen – für unseren Lippenstift bräuchten wir sie nicht, oder ?

Ach, noch ein Nachtrag zum Lippenstift: mein Vater schenkte meiner Mutter als erstes Geschenk einen sehr teuren, roten Lippenstift, weil das für ihn das absolute Symbol von Weiblichkeit darstellte. Und mein grosser Sohn hat diese Tradition übernommen und schenkt mir jedes Jahr zu einem Anlass einen roten Lippenstift… Das Leben ist schön !!!

Nachdem ich ziemlich schnell den perfekten Rock gefunden hatte, bin ich weiter durch  unsere schöne Stadt geschlendert und habe ein paar Fotos gemacht, um einen Eindruck von Regensburg zu vermitteln – es ist wirklich eine außergewöhnlich schöne Stadt, und ich habe mir bisher sicher erst einen Bruchteil erlaufen. Also noch viel Platz für weitere Stadttouren. 

 

 

 
Und dann kam der Höhepunkt meiner Tour: ein Besuch im Orphée – ja , auch das stand auf meiner Wunschliste, was unsere neue Heimat bitte besitzen sollte: ein französisches Restaurant. Hier gibt es sogar mehrere davon, aber ich liebe das Orphée.
 

Man betritt eine andere Welt, und der Trubel, die Einrichtung, das hervorragende Essen und die Atmosphäre sind so authentisch französisch, da gibt es keinen Zweifel, wo man sich befindet.

Da ich alleine dort war, habe ich mich auf ein kleines Gericht, haha, Quiche Lorraine, einen Rosé und eine Mousse au Chocolat beschränkt, kalorienmäßig bin ich damit fürs Wochenende versorgt…

Ich gehe gerne mal alleine Essen und beobachte die Menschen drumherum und genieße es, ohne Kinder ganz in Ruhe schön zu Essen, während meines Jobs habe ich mich daran gewöhnt, auch in sehr gute Restaurants alleine zu gehen und die Qualität des Essens zu genießen, da ich ja häufig alleine durch Europa reiste und trotzdem ja etwas Gutes essen wollte!!!

Habt ein tolles Wochenende und macht es euch fein, wir werden in die alte Heimat fahren, einige Zeit an unserem See verbringen in Starnberg und dort ganz liebe Freunde besuchen, denn mir ist es sehr wichtig, die Verbindungen zu unseren früheren Wohnorten zu halten und zu den Menschen, die uns dort begleitet haben…

Ich bringe bestimmt ein paar Bilder und Eindrücke mit, über die ich euch dann bald berichten kann – es macht mir soviel Spaß mit euch, und ehrlich, es ist gerade mal eine Woche, die es diesen Blog gibt, und Einige schreiben mir schon von ihrem Ritual, hier mitzulesen.

Dafür bin ich ehrlich dankbar.

Und Grüße auch an meine treuen Leser im Ausland, ich bin völlig geflasht, wo überall auf derWelt mein Blog gelesen wird.

… meine neue Abendbeschäftigung: Blog schreiben und Wein trinken

Merci beaucoup et grand bisou

Herzensgrüße
eure Rike

7 thoughts on “Heute bin ich mal Französin

  1. Liebe Rike,

    Ich verfolge dich ja schon eine ganze Weile bei Insta und ich bin wirklich begeistert. Nun lese ich auch deinen Blog und du insperierst mich wirklich. Du bist eine so wunderbare Frau so taff und so Stark! Danke das du deine Welt mit uns teilst!
    P.s. dein neuer Rock ist toll…wo hast du dieses Traumteil entdeckt?

    Liebe Grüße aus dem Norden

    Isabel

  2. Ein wirklich schöner Blog…man wird richtig von dir mitgezogen.
    Bei der Geschichte mit der offenen Tür beim "Shooting" musste ich schmunzeln. Ich habe mich immer schon bei insta gefragt, ob du wohl die Haustür bei den Fotos auf hast….hihihi….die Blicke der Leute würde ich gerne mal sehen.
    Mach weiter so mit deinem Blog. Er liest sich sehr gut.
    Liebe Grüße und ein tolles Wochenende
    Jessi

  3. Super Schreibstiil, aber leider bei mir immer so klein, bei Joannas Blog ist das doch auch nicht so, was mache ich falsch??? Oder müsstest du das was ändern?? Geht bei mir Uch immer nur über die hälfte meines Bildschirms….
    Aber mach bitte weiter so, freue mich über jeden neuen Post!!!!

  4. Anonym

    hallo rike,schööööööön hier zu lesen,man merkt wie ehrlich und echt dein blog ist und wie gerne du schreibst…..gerne würde ich das auch machen,aber bisher bin ich noch zu blöd um mich hier anzumelden,liebste grüsse aus dem schwarzwald und einen wunderbaren Muttertag wünscht dir tanja

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