Leben 66: und auf einmal ist sie da…die Erkenntnis was wäre, wenn …

erst ist es ein wirklich vager Gedanke…er schleicht sich immer mal wieder in den Alltag und man kann ihn gar nicht richtig einordnen.

Klar gibt es Dinge, die anders laufen könnten, aber wo gibt es die nicht.

Wir sehen so viele andere Leben, wie es ja so noch nie möglich war. Durch Instagram usw. nehmen wir an einer Bandbreite an Lebensentwürfen (angeblich) teil, wie keine Frauen Generation vor uns.

Unsere Mütter hatten den Austausch mit ihren Freundinnen und Nachbarinnen…ihre Informationen aus Büchern, aus dem Fernsehen und ihren Lieblingszeitschriften.

Das war dann im Vergleich noch eine „kleinere Welt“, die sich eher in zwei Ebenen abspielten …Tante Hannelore (die langjährige Freundin und Nenntante) oder eben Fürstin Gracia von Monaco.

Sich da zu orientieren war vielleicht(?) einfacher…ob es wirklich so war…ich weiß es nicht.

Ich denke einfach, das dieses immer mehr!!! in jeder Ebene, unser Leben nicht leichter macht …sondern eher komplizierter.

So wie ich für meinen Teil schon lange eher überfordert bin von einem „Zuviel“ an Dingen/ Gegenständen …und für mich vor längerer Zeit die Entscheidung zur Minimierung getroffen habe (übrigens sehr hilfreich beim letzten Umzug in eine kleinere Wohnung und bei allen weiteren dann auch) gibt es genau dieses Phänomen auch in vielen anderen Bereichen.

Die „taffe“ erfolgreiche Frau, die neben einem erfolgreichen Familienunternehmen auch noch einen interessanten Job wuppt, immer zum Sport geht, super aussieht, den Mädelsabend, aber genauso wenig wie die Datenight mit dem natürlich attraktiven Liebsten nie !!! vergisst und die tollsten Kindergeburtstage mit traumhaften Sweettables ausrichtet.
Gibt es die wirklich??? Und wenn ja…denn viele wollen ja den Anschein erwecken…genauso so zu sein…will ich das auch?

Definitiv nicht…nicht nur weil mir dazu schon so einige Grundlagen schlichtweg fehlen…sondern vor allem, weil ich gelernt habe, „mich“ zu sehen.

Viel zu lange wurde mein Leben von außen bestimmt…erst war ich Tochter, die ein sehr eng gestecktes Umfeld bis zur Berufswahl vorgegeben bekam.

Vor 28 Jahren kam dann die Mutterrolle dazu…für die ich mich als wirklich gute Besetzung empfinde, da ich ja schon vorher gelernt habe mich wunderbar in Hintergrund zu begeben und für alle anderen zuerst zu sorgen, einschließlich der Väter meiner Kinder.

Immer gab es soviel wichtigeres als meine Bedürfnisse und so blieben die auch immer mehr auf der Strecke.

Bitte urteilt nicht von außen über andere Leben.

Meines sah da sicher richtig gut aus …davon bin ich überzeugt.

Habe ich doch hübsche, wohlgeratene Kinder, einen tollen Mann und eine wunderschöne Wohnung in einem guten Viertel und auch kleine Auszeiten nach Paris und Rom und zudem durfte ich meinem „Hobby“ als Bloggerin auch noch nachgehen (kaum einer verstand das wirklich als Beruf).

Was wirklich in den Menschen vorgeht, sehen wir selten.

Bei mir war es so, dass die ständigen (nicht selbstgewählten) Umzüge mein Leben in den letzten zwanzig Jahren prägten…ja man sieht viel…und sowohl der Starnberger See, als auch Detmold und Regensburg und zwischendurch immer mal wieder Stationen in Köln haben ihren Reiz …sie bedeuten aber auch immer !!! neue Wohnungen und Häuser, neue Schulen und Kindergärten, neue Freundeskreise und neue Jobs …und immer ist man auf dem Weg, man kommt nie an!!!

Schon vor dieser Zeit hatte ich viele Ortswechsel vom Dortmund ging es zum Studium nach Bochum, Bonn später nach Köln…für den ersten Job nach Düsseldorf danach einige Zeit nach Heidelberg zur weiteren Ausbildung und wieder nach Köln…es war mir also alles nicht unbekannt und so ahnte ich vielleicht aufgrund dieser Vorerfahrung nicht was, das für mein Leben und vor allem für mich als berufstätige Frau bedeuten würde. Nennt mich ruhig naiv!!!

Ihr ahnt es sicher …ja, meine wirklich erfolgreiche Karriere im medizinischen Außendienst war nach wenigen Jahren beendet. An diesen Platz war eine Tätigkeit getreten …die ich schlichtweg als organisatorisches Multitalent ohne Aussichten auf Beförderungen nennen würde… die Frau im Hintergrund, die trotzdem immer viel zu tun hatte und durchaus erfolgreich alles managte, aber leider irgendwie nie wirklich gesehen oder entlohnt wurde.

Und mit diesem Gedanken fing dann irgendwann sehr schleichend meine Veränderung an. Wenn ihr mögt, nehme ich euch gerne bald weiter auf diesem Weg mit…

Herzensgrüße
eure Rike

6 thoughts on “Leben 66: und auf einmal ist sie da…die Erkenntnis was wäre, wenn …

  1. Andrea

    Lääve un leeve losse sagt man in Köln- jeder nach seiner Fassong, leider fehlt in unserer, angeblich so toleranten Welt die Toleranz und natürlich werden nur die schönen Dinge öffentlich gemacht, ist doch irgendwie normal, auch die Fotos vor 150 Jahren waren gestellt- ich wünsche dir alles, alles Liebe für deinen Neuanfang, mögen alle deine Wünsche in Erfüllung gehen.

  2. Ute Krämer

    Liebe Rike,
    du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Es ist wirklich zu 95% eine Scheinwelt da draußen im WWW.
    Ich empfinde es genauso wie du es beschrieben hast.
    Vor vielen, vielen Jahren, als eine neue Frauenzeitschrift den deutschen Markt erobert hat, war ich eine begeisterte Leserin, bis ich nach 2-3 Jahren zu der Erkenntnis kam, dass ich ja eigentlich als Ehefrau und Mutter eine ganz große Versagerin war.
    Warum?????
    Alle diese tollen Frauen die dort porträtiert wurden hatten einen tollen Job, ein fantastisches Haus, wohlerzogene aus dem Ei gepellte Kinder, machten Sport ( Tennis, Golf…….)und hatten Traummänner usw.
    Sie brachten alles unter einen Hut, sahen fantastisch aus ernährten sich und ihre Familie nach den neuesten Erkenntnissen der Mediziner blablabla
    …….. und ich…….
    eine Tochter, ein ganz normales Zuhause, habe nicht gearbeitet !!!!!!!! habe gekocht was uns schmeckt , bin zur Gymnastik gegangen und außer Lippenstift undWimperntusche war nichts in meinem Gesicht.
    Als ich anfing mich unzufrieden zu fühlen wenn ich diese Zeitschrift las habe ich begriffen, dass das was ich dort gelesen und gesehen habe aber auch gar nichts mit meiner Realität zu tun hat.
    Ich habe das Abonnement beendet und mich von diesen Äußerlichkeiten befreit.
    Heute denke ich manchmal daran zurück, wenn ich hier bei Instagram das eine oder andere Profil sehe, muss in mich hinein lächeln und bin froh dafür nicht mehr anfällig zu sein.
    Ich wünsche dir endlich ein Leben nach deinem Geschmack und nach deinen Bedürfnissen……
    Fühl dich umarmt und gehe deinen Weg weiter ‍♀️
    Liebe Grüße
    Ute

  3. Frau Süßschnabel

    Liebe Rike,
    ich denke auch, dass diese vielen Reize von außen nicht gerade förderlich sind. Jeder möchte den anderen in Perfektion übertrumpfen und kreiert im WWW häufig eine Scheinwelt. Makel und Schwächen scheint es in dieser nicht zu geben, alles wirkt wie eitel Sonnenschein. Aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es so ein Leben überhaupt gibt. Ich weiß nicht, woher es kommt, dass man sich keine Fehler eingestehen darf/kann. Denn wir sind alle Menschen und sollten uns gegenseitig Mut machen und zeigen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Genau so schade finde ich es, dass Frauen, die sich bewusst für die Mutterrolle und gegen eine Karriere entscheiden häufig belächelt oder sogar als Menschen 2. Klasse behandelt werden. Jeder Mensch ist wertvoll und jeder verdient es respektvoll behandelt zu werden. Ich hoffe sehr, dass die Gesellschaft mal aufwacht und wieder auf wahre Werte und nicht auf den Schein setzt.
    Vielen Dank für Deinen offenen Post.
    Fühl Dich lieb umarmt.
    Melanie

  4. Anita

    Liebe Rike,
    vielen Dank für deine offenen Worte und für deinen Bericht.
    Ich sehe es genauso, zuviel Schein von außen hat meine Selbstzweifel verstärkt. Ich konnte mich noch so anstrengen, ich habe es nie geschafft, „so perfekt zu sein“.
    Ich habe einen erwachsenen, geistig behinderten Sohn. Als klar war, dass er behindert ist, hat sich meinen Ex-Mann verabschiedet und sich nie um unser Kind gekümmert. Im Gegenteil, er hat mir sogar Vorwürfe gemacht, dass ich Schuld an der Behinderung bin und mir das auch oft genug gesagt und gezeigt.
    Aber die Verletzungen prägen und man wird das irgendwie nicht los. Dann sind meine Eltern innerhalb von vier Jahren gestorben, meine Schwester habe ich 10 Jahre bis zu ihrem Tod durch ihre Alkoholsucht begleitet. Ich habe mich um alle gekümmert, nur nicht um mich.
    Vor zwei Jahren ging nichts mehr und ich habe eine sechswöchige Reha in einer psychosomatischen Klinik gemacht. Das hat mir die Augen geöffnet. Ich hatte mich komplett verloren, mich nicht mehr gespürt. Dort habe ich gelernt, mich wieder ganz nach vorne zu stellen, achtsam zu sein. Das war das Wichtigste überhaupt. Mein Leben ist wieder schön, weil ich mich wieder spüre und das soll auch jetzt so bleiben.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg gehst. Der Anfang ist gemacht. Weiter so.
    Ganz liebe Grüße. Anita

  5. Tanja Wrage

    Liebe Rieke, vielen Dank für Deine Ehrlichkeit und Deinen Mut! Ich denke, dass viele von uns diese Entwicklung ein im Laufe ihres Mutter- und Ehefrauen lebens kennengelernt haben und bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung .
    Liebe Grüße aus Hamburg, Tanja

  6. Kathrin

    Sehr schön zusammengefasst und auch eine Momentaufnahme unserer Zeit. Ich glaube nicht, dass es früher leichter war, was den Blick auf die Welt anging. Zwar gab es weniger Kontaktpunkte, dafür mehr Restriktionen und festere Ansprüche, was Frauen leisten sollten. Zwar nicht via Social Media, dafür via Dorfgeschwätzt, Vereinsmeierei und Zwängen aus der Familie.
    Mir fällt oft auf, dass bemerkenswerte Frauen sich aktiv und gerne verändern. Ich bin gespannt, welche Wege Du in Zukunft wählst.

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