Leben 67: Verliere nie den Glauben …an dich selbst!!!

Egal wo du gerade in deinem Leben stehst…ob du gerade voller Hoffnung startest oder wie ich schon einige Jahre auf dieser Welt verweilst …du darfst nie den Glauben an dich und deine Fähigkeiten verlieren.

Kein Tal kann so tief, keine Nacht so dunkel …keine Last so erdrückend sein, dass du denkst es wird nie mehr gut.

Wie oft bin ich aufgestanden oder ins Bett gegangen mit dem Gedanken…ich schaffe es nicht, wie soll unser Leben nur weiter gehen?

Der schlimmste aller Gedanken war aber …soll es das wirklich gewesen sein, habe ich alle Chancen verspielt und muss meinen eingeschlagenen Weg jetzt genauso fortsetzen?

Nein, das wollte und konnte ich nicht …immer mehr regte sich mein Widerstand gegen diesen Alltag.

Ich wollte soviel mehr…ich wollte ein Leben mit anderen Menschen, ein Leben im Austausch und nicht in der Isolation.

Aber dann kamen natürlich immer die Zweifel, wie soll das praktisch funktionieren mit zwei Kindern ohne regelmäßiges Einkommen in einer teuren Großstadt?

Irgendwann habe ich einfach beschlossen meinen beruflichen Werdegang zurück zu gehen und habe ein Praktikum im Labor gemacht …das wäre eine Chance.

Da ich aber nie wirklich in dem Beruf der MTA gearbeitet habe und meine Ausbildung nun auch über Jahrzehnte zurück lag, fing ich bei Null wieder an.

Es hat wirklich Spaß gemacht, auch wenn ich bald bemerkte, warum ich im Endeffekt damals noch Medizin studiert habe, hätte ich es mir vorstellen können dort wieder Fuß zu fassen.

Mir wurde dann sogar ein Job angeboten, aber erstmal mit einer so geringen Stundenzahl, dass es meine Situation in keiner Weise verbessert hätte.

Einige Zeit später wagte ich den nächsten Schritt Richtung Vergangenheit, ich bekam die Möglichkeit in Berlin in einem medizinischen Außendienst auf selbständiger Basis anzufangen.

Diese Situation brachte mich wirklich an meine Grenze…hatten wir doch schon vor längerer Zeit unsere Autos verkauft und ich seit meiner Fuß Op nicht mehr wirklich hinter dem Steuer gesessen, ging es nun gleich von Null auf Hundert.

Ich musste die Strecke von Köln nach Berlin schaffen und dann auch noch einen Arbeitstag dranhängen, sonst hätte die Organisation mit den Kindern in Köln nicht geklappt.

Wieviele Schrecksekunden und Stoßgebete ich auf dieser Fahrt zum Himmel gesendet habe, weiß ich nicht mehr, aber irgendwann kam ich dann körperlich völlig fertig, aber in Berlin an.

Denn wenn man Jahre nicht mehr gefahren ist und es zudem noch nicht hell ist, die Umgebung null kennt…kann auch so etwas, wie eine Autofahrt zu einer großen Hürde werden.

Da war ich also…schon etwas stolz, gut angekommen zu sein, um das nächste „Abenteuer“ zu erleben.

Ich besuchte Kliniken in Berlin und Umland …also Gegenden, die mir nicht vertraut waren mit Kollegen, die ich nicht kannte, musste mich in Krankenhäusern zurechtfinden usw.

Kurz, es war eine aufregende Zeit und wenn sie auch aus vielen Gründen nicht mit einem Job und Umzug nach Berlin endete, habe ich unglaublich viel gelernt.

Die Arbeit mit den Patienten hat mich wieder richtig glücklich gemacht und jeden Abend habe ich versucht meine positiven Erlebnisse zusammen zu fassen, die für viele hier wahrscheinlich Kleinigkeiten sind.

Für mich aber waren sie alle kleine Berge, die ich wieder bestiegen habe.

Ich bin in unbekannten Gebieten Auto gefahren, habe fremde Menschen angesprochen und Patienten betreut.

Ich habe soviel mehr gelernt als nur über den Fachbereich und wie das Gerät funktioniert mit dem wir gearbeitet haben.

Hinzu kam die Organisation des Arbeitsalltags und natürlich das Loslassen meiner Kinder, die zum ersten Mal nicht bei mir waren.

Ausserdem musste ich noch alle Belange meiner Kinder in Köln aus der Ferne regeln und die Wochenenden pendeln.

Nebenbei habe ich eine Wohnung in Berlin gesucht und viele Gespräche mit den Kindern über den Umzug und Schulwechsel geführt, was meine Gesamtsituation nicht gerade vereinfachte.

Aber ich merkte jeden Tag mehr…ich!!! bin wieder da.
Ich hatte es geschafft, Teile meiner Persönlichkeit wieder ans Licht zu bringen und mein desolates Selbstbewusstsein hatte sich ein klein wenig verbessert.

Der Satz: …das kann ich nicht mehr, wie soll das Alles nur werden? wurde eher zu einem:…das habe ich ewig nicht mehr gemacht, aber ich probiere es jetzt mal wieder.

Und genau diese Entwicklung war ein enormer Teilsieg auf meinem neuen Weg und zeigt mir, dass man nie den Glauben an sich verlieren darf.

Herzensgrüße
eure Rike

6 thoughts on “Leben 67: Verliere nie den Glauben …an dich selbst!!!

  1. Dana

    Liebe Rike, ich war bis jetzt nur eine stumme Leserin deines Blogs. Ich selbst habe diese Zeit auch hinter mir. Oft dachte ich es nicht zu schaffen und wusste nicht wie es weitergeht. Trotz vielen Sorgen, Tränen und Hürden schickte mir das Leben immer wieder Lichtblicke. Jetzt lebe ich das Leben, dass ich mir gewünscht habe, glücklich und zufrieden. Ich habe Dankbarkeit gelernt,auch für die kleinen Dinge. Das Universum kennt unseren Weg. Ich wünsche dir alles Gute und du wirst irgendwann zurück blicken können und sagen genauso sollte es sein. Liebe Grüße Dana

  2. Frau Süßschnabel

    Liebe Rike,
    da hast Du vollkommen recht, dass man nie den Glauben an sich selbst verlieren darf. Denn dadurch gibt man auch ein Stück seiner Selbstbestimmung auf, da man meist von anderen durch Äußerungen oder Handlungen den Glauben an sich verliert. Niemand darf so eine Macht über einen haben…
    Ich freue mich sehr für Dich, dass Du wieder zu der Rike zurückfindest, die Dir all die Jahre abhanden gekommen ist.
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass die Zukunft nur Positives für Dich bereit hält ❤️
    Liebste Grüße,
    Melanie

  3. Dorothe

    Liebe Rike,

    Ich denke, es muss viel passiert oder eben nicht geschehen sein, dass Du Deine Komfortzone verlassen hast um ganz neu anzufangen. Dass Du stark bist und das kannst hast Du ja schon einmal mit einem kleinen Kind bewiesen. Trotzdem habe ich größten Respekt vor Deinem Mut, ich weiß nicht, ob ich es könnte…. es tut mir aber auch genau so leid, dass Dein Traum mit Deinem Mann für immer glücklich zu sein nicht in Erfüllung gegangen ist; das muss man sich erst einmal eingestehen und auch verarbeiten. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du die richtigen Entscheidungen triffst und Dein inneres Gleichgewicht wiederfindest und wieder große Freude am Leben hast.

    Eine virtuelle Umarmung schickt Dir
    Dorothe

  4. AnitaSchusser-Dederichs

    Hallo Rike,
    Das ist so toll und positiv. Ich verstehe dich sehr gut.
    Der Gedanke…. „bleibt das jetzt so bis an mein Lebensende“….
    hat mich auch erschreckt. Das wollte ich auf keinen Fall.
    Du bist auf einem sehr guten Weg.
    Danke für deinen Bericht.
    Liebe Grüße Anita

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