Mein Leben 61: Leben heißt Veränderung – im Innen und im Außen

Viel ist passiert in den letzten Monaten… viele Gespräche und Gedanken, einige Tränen und auch manchmal etwas Wut begleiteten mich in letzter Zeit.

Dieser Zustand war für mich unmöglich in Worte zu fassen, war er doch schon alleine in meinem Kopf nicht wirklich klar.

Doch jetzt ist er da… der neue Weg mit einem neuen Ziel… er hat sich bei all diesen Verwirrungen endlich aufgezeigt, gepaart von einer unglaublichen Zuversicht und Freude auf alles, was da kommen mag.

Ich habe lernen müssen, dass eben manchmal alle Kraft und Arbeit nicht zu dem Ziel führt, was man sich erträumt hat, und somit Loslassen die einzig richtige Entscheidung ist… auch wenn es schmerzt und man noch ein einige Male wieder zurückgeht… es nochmal versucht und wieder scheitert, bis endlich der Zeitpunkt kommt, an dem man ganz klar weiß, so jetzt ist es genug… aus und vorbei ist die einzig richtige Entscheidung.
Ähnlich ging es mir damals bei meiner mittlerweile schon über 20 Jahre zurückliegenden Trennung… da habe ich Jahre gebraucht, um mir einzugestehen, dass es nicht besser wird… das ich mich auflehnen muss trotz aller Stimmen aus meinem Umfeld… es war ein langer Kampf, begleitet von vielen Ängsten.

Würde ich es wirklich schaffen als alleinerziehende Mutter… und zwar völlig alleine… kein Unterhalt für das Kind, keine 14-tägigen Besuche, keine Familie, die mich unterstütze.

Ich wusste schon damals… würde ich die Trennung durchziehen… wäre der „Kindserzeuger“ (anders kann ich ihn nicht bezeichnen… nach allem, was vorgefallen war) für immer aus unserem Leben verschwunden… in jeglicher Hinsicht.

Lange habe ich gehadert, wie die Folgen für mein Kind aussehen würden, doch irgendwann war ich soweit zu begreifen, dass der aktuelle Zustand so schlimm war und es somit eigentlich nur noch besser werden konnte, denn schlechter ging es kaum.

Ich habe es gewagt… ich bin gegangen nur mit meinem Kind an der Hand, seinem liebsten Kuscheltier und ein paar Anziehsachen… und obwohl ich damals nicht wusste, zu was dieser Mensch noch alles fähig war… habe ich es keine Sekunde bereut.

Genau daran habe ich mich jetzt endlich erinnert… auch wenn die jetzige Situation in keiner Weise so drastisch und furchtbar war, wie die damalige, hat sie mich seit Monaten extrem belastet… auch hier ging es um das Loslassen, wenn auch „nur“ in meinem beruflichen Umfeld.

Ich werde hier nicht ins Details gehen, denn das ist absolut nicht von Bedeutung… ich möchte nur allen hier Mut machen, sich von Situationen, Menschen und Vorstellungen zu verabschieden, die einem einfach nicht gut tun.

Und ja, das darf man, und nein, man ist nicht schwach oder hält schon wieder etwas nicht durch… es ist unser Leben, und das gibt es eben nur einmal, und keinen Tag, keine Stunde werden wir je wiederholen können… also sollte man möglichst versuchen, sie so zu verbringen, dass es einem Freude bereitet, und dazu gehören wohl auch Abschiede – egal in welcher Form.

Wie diese Freude aussieht, ist natürlich so individuell wie wir Menschen… bei mir bedeutet es momentan… ich stehe mehr in der Küche und bin weniger online, ich höre mehr in mich hinein als mich von Menschen oder Situationen beeinflussen zu lassen, die gar nicht zu meinem näheren Umfeld gehören… ich verbringe deutlich mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freundinnen.

Endlich habe ich ich mich im Fitnessclub angemeldet, denn sonst wird das wohl nie was mit dem Sport in meinem Leben… ich habe für mich erkannt, dass Zumba auf mich so eine motivierende Auswirkung hat… das liegt sicher auch an der Trainerin, die einfach nur strahlt, an der Musik und vor allem an meiner Begleiterin, aber was wirklich zählt: ich bewege mich endlich mehr, und das hatte ich mir ja gewünscht.

Jetzt freue ich mich auf die wärmere Jahreszeit, um wieder bei uns im Park laufen zu gehen. Ich freue mich darauf, noch mehr kochen und Rezepte entwickeln zu können, und auch auf all die neuen Menschen, die ich bei meinen Social Dinners zu Hause begrüßen und kennenlerne werde.

Also, die Aussichten sind einfach nur wunderbar, und vielleicht steht ja am Ende dann ein Ziel… beziehungsweise die Verwirklichung eines Traumes, den meine Familie und ich insgeheim schon länger hegen und pflegen… der aber momentan nicht umsetzbar ist… ihr werdet es auf jeden Fall erfahren.

Herzensgrüße
Eure Rike

5 thoughts on “Mein Leben 61: Leben heißt Veränderung – im Innen und im Außen

  1. Gunda von Hauptsache warme Füße!

    Bis auf den Bezug zum Beruf, Deinen letzten, vorletzten und viertletzten Absatz sowie die von Dir geschilderte Erfahrung aus Deiner damaligen Beziehung hätte dieser Beitrag nahezu wortwörtlich von mir sein können!

    Dir alles Gute und weiterhin viel Spaß beim Zumba, was – neben Sh’bam – für mich auch DIE Motivation zur Bewegung ist und glücklich machen kann!

    Lieben Gruß
    Gunda

  2. Anita Schusser-Dederichs

    Liebe Rike.
    Ich kann das so sehr nachvollziehen. Ich musste mich auch aus meiner ersten Ehe befreien, mit einem geistig behinderten Sohn. Hatte keinerlei Unterstützung von meinem Ex-Mann. Gott sei Dank hatte ich meine Eltern, sodass ich auch etwas arbeiten konnte. Dann habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und mit ihm das große Los gezogen. Er unterstützt mich in jeder Hinsicht . Trotzdem musste ich in den letzten Jahren noch sehr viel dazulernen, vor allen Dingen mal an mich zu denken und nicht immer für alle zur Verfügung zu stehen. Es ist mir gelungen, mit 58 Jahren. Mein Leben ist jetzt wunderbar und ich bin sehr glücklich.
    Ich wünsche dir für dein neues Projekt viel Glück, aber wer so mit Leib und Seele dabei ist, der wird nicht scheitern.
    Viele liebe Grüße Anita

  3. Picsarella

    Liebe Rike,
    Du bist eine so tolle Frau. Ich finde es bewundernswert, dass Du die Trennung damals durchgezogen hast. Ein Ende kann auch ein Anfang für etwas Wunderbares sein. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass sich Dein/Euer Traum erfüllt.
    Liebste Grüße,
    Melanie

  4. Cohosi

    Manchmal muss es einfach sein…irgendwann reicht es..und dann muss man low.. und dann fügt sich plötzlich alles und der Knoten ist geplatzt alles wird irgendwie … gut..anders..aufregend…

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