Mein Leben 60: Die Sache mit dem Älter werden und meine „perfekte Torte“

Älter werden: ein großes Thema in der heutigen Zeit. Ja klar, denn wir werden älter als wahrscheinlich jemals geplant und wenn auch die Frauengenerationen vor uns damit etwas „relaxter“ umgegangen sind, in unserer Zeit hat sich viel verändert.

Ich kann da wirklich mitreden… bewege ich mich doch beruflich in einem Umfeld, wo der äußere Schein oft wichtiger ist als profunde Fachkenntnisse…wo trotz aller Aufklärung über unsere Umwelt und den Schaden von billig produzierten Waren …ein mehr!!! von allem gehypet wird.

Ein paar Gedanken aus meiner Sicht

Was mich vor allem bewegt, warum wird von uns Frauen immer soviel mehr erwartet als von unseren Geschlechtsgenossen. Geht er arbeiten und bringt die Kinder in die Schule, wird er bewundert…sieht man ihn mit den Kindern bei Sportveranstaltungen, ist er der Vorzeigepapa…

Was vor allem absolut bemerkenswert ist, es sind immer die anderen Mütter, die so denken…warum nur ticken wir Frauen so…bei einer Frau ist es absolut selbstverständlich, dass sie all das unter einen Hut bringt und natürlich immer einen perfekten selbstgemachten Kuchen in petto hat, um die Kaffee-Tafel bei Schulveranstaltungen zu bereichern 😉 nehmt doch mal die Torte aus dem nachfolgenden Rezept mit …die Augen möchte ich sehen!!!

Kommt ein Vater aber mit einer Tüte Chips und Salzstangen um die Ecke, wird noch geklatscht, dass er überhaupt daran gedacht hat, etwas mitzubringen.

Und genau so ein Phänomen beobachte ich bei dem Thema „älter werden“… Männer werden ja per se mit dem Alter attraktiver und strahlen eine Souveränität aus, die uns Frauen gar nicht erst zugesprochen wird …da kommt dann eher …sie hat sich gut gehalten .

Ich habe da ein gutes Studienobjekt in greifbarer Nähe, da mein Mann nur ein Jahr älter ist als ich …wir also praktisch gleichalt sind.

Etwas mehr Gelassenheit … aus der Sicht (m)eines Mannes

Würde er je auf die Idee kommen sein Äußeres mit Hilfe von Botox oder Hyaluron ein wenig zu straffen oder aufzupolstern …mitnichten …schon der Gedanke dafür Geld zu bezahlen mit einer Spritze in seinem Gesicht malträtiert zu werden, lässt ihn nur den Kopf schütteln …mit dem Geld könnte man ja einige Male gut essen und trinken gehen sogar in Paris und das Leben genießen, würde er sagen.

Warum also wird auf uns Frauen in diesem Bereich so ein Druck ausgeübt, ganz einfach… die Industrie ( global ausgedrückt) hat erkannt …wir machen es mit ..und zwar ALLES!!!…die hundertausendste Diät, die kosmetisch/medizinischen Behandlungen…die xte neue Kollektion im Jahr…den Trendsport…wir sind einfach die perfekten Opfer.

Und zudem machen wir das alles auch noch zusätzlich zu unserem Job und zur Familienarbeit.

Wir straffen und organisieren unseren Tagesplan noch mal ein wenig, um wirklich alles zu optimieren und am Ende des Tages unsere Liste abhaken zu können und total k.o. ins Bett zu fallen …im Kopf schon die Liste für den nächsten Tag.

Welch ein Wahnsinn….aber wir können ja dann in einem Yoga Ressort eine Auszeit buchen, die uns sicherlich so glücklich macht, dass wir den zusätzlichen finanziellen Aufwand dafür ganz schnell vergessen … ist das wirklich der richtige Weg?

Mein Mann geht auch zum Sport, aber irgendwie genießt er es…es ist für ihn ein Ausgleich zur Computer Arbeit…er trifft seine Freunde und kommt jedesmal total entspannt und glücklich zurück…liegt das wirklich nur an der gewählten Sportart ( Karate) und der wunderbaren harmonischen Einrichtung und dem in sich ruhenden Trainer…ich glaube nicht, denn egal ob er früher vom Tennis oder Schwimmen kam, jeder Sport löste bei ihm immer diesen Effekt aus.

Wahrscheinlich, weil mein Mann die Gabe besitzt immer stark im Hier und Jetzt zu leben…das heißt, ist er beim Sport… dann ist er beim Sport…dann denkt er nicht an die Aktenberge daheim, die Steuer oder ob es den Kindern und mir gut geht…nein, er ist beim Sport und Punkt und ich glaube auch nicht, dass er darüber nachdenkt, dass der Sportler vor ihm einen unglaublich gut geschnitten Anzug trägt und zwanzig Jahre jünger ist.

Und so ist es eben auch mit dem Älter werden …das ist eben ein Fakt für ihn und nichts, wo er irgendwelche Energien rein verschwendet um diesen Prozess künstlich aufzuhalten…und da ist er bestimmt kein Einzelfall.

Vielleicht ist ja genau das der Weg mit dieser ansteigenden Zahl umzugehen?

Mein Fazit…

Ich selber fühle mich absolut nicht altersgerecht, wenn es so etwas überhaupt gibt…da sind noch so viele Ideen und Lebensentwürfe in meinem Kopf…vielleicht haben auch unsere noch sehr jungen Kinder diesen Effekt gemeinsam mit der Mischung meiner engen Freundinnen, die teilweise gut 20 Jahre jünger sind als ich …ich weiß es nicht, was ich aber ganz sicher weiß…man muss nicht jeden Trend mitmachen und ein Stück mehr Gelassenheit und Genuss im Alltag erhöhen extrem die Lebensfreude.

Und glückliche, zufriedene Menschen sind einfach immer schön, ohne die neueste Mode, die Statement Tasche oder den gerade angesagten Lippenstift.

…und jetzt gibt es ein wunderbar einfaches Tortenrezept, das aber optisch viel hermacht …basierend auf dem Sandkuchenrezept meiner Oma.

Meine „perfekte Torte“:  

Weiße gefüllte Schokoladentorte

Älter werden meine perfekte Torte

Zutaten

  • 250g Butter 
  • 200g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • Salz
  • 4 Eier
  • 150g Mehl
  • 150g Speisestärke
  • 1TL Backpulver
  • 3-4 EL Sahne
  • 150 g Preiselbeerkonfitüre/ Erdbeermarmelade
  • 200g weiße Schokolade
Älter werden meine Torte Anschnitt

Zubereitung

Backofen auf 180 Grad vorheizen

alle Zutaten vermengen bis auf die Konfitüre und Schokolade

im Backofen ca. 60 -70 min backen 

den Kuchen zweimal durchschneiden und mit Konfitüre bestreichen wieder zusammen setzten

die Schokolade etwas abraspeln, ungefähr ein Viertel, den Rest im Wasserbad schmelzen, über den Kuchen geben und über die noch warme Schokolade die Raspel streuen

Lasst es euch schmecken!

Herzensgrüße 
Eure Rike

3 thoughts on “Mein Leben 60: Die Sache mit dem Älter werden und meine „perfekte Torte“

  1. Picsarella

    Liebe Rike,
    ich denke Du hast vollkommen recht damit, dass wir Frauen es uns oft unnötig schwer machen. Meiner Meinung nach sollten Frauen zusammenhalten und sich gegenseitig viel mehr unterstützen. Leider sieht es in der Realität oft ganz anders aus, was ich sehr schade finde. Ich finde es toll, dass Du dieses Thema aufgreift und damit vielleicht so mancher Frau zeigst, dass wir Frauen uns nicht so unter Druck setzen lassen dürfen. Jede Frau leistet viel und sollte nicht das Gefühl haben, ständig mit anderen in Konkurrenz treten zu müssen.
    Die Torte sieht fabelhaft aus
    Liebste Grüße,
    Melanie

  2. Tanjasliving

    Liebe Rike,
    es ist für mich die Gesellschaft dran schuld, dass wir Frauen 200% geben müssen, wo ein Mann nur 80% geben muss!
    Es wurde in den 30er Jahren ein Frauenbild geschaffen, was in den 50/60er Jahren noch gefestigt wurde! Guck dir nur mal die Werbung aus der Zeit an. Frauen durften nur mit Erlaubnis ihres Mannes arbeiten gehen, wenn der Haushalt nicht vernachlässigt wurde! Und an dieser Denkweise hat sich nichts geändert!
    Daran wird keine Frauenquote oder ähnliches etwas ändern!
    Als ich damals schwanger wurde, habe ich mich sehr gefreut mich mit anderen Müttern auszutauschen. Schnell musste ich feststellen, dass es keine Solidarität unter Müttern gibt. Ich wurde von „Freundinnen “ angegangen, weil ich meine Tochter mit 12 Monaten in eine Kita gegeben habe, da ich wieder in der Steuerkanzlei gearbeitet habe! Das meine Tochter später weiter entwickelt war in vielen Bereichen als ihre, hat ihnen extrem sauer aufgestossen!
    Ich gehe mit meinem Mann und Töchterlein unseren anderen Weg. Mein Mann kümmert sich Nachmittags mit Freuden um Tamina, damit ich noch zusätzlich arbeiten kann! Von seinen Schwagern wird er dafür belächelt.
    Aber so what!
    Nur in dem wir unseren Töchtern unsere Leben vorleben, können wir unsere Gesellschaft ändern.
    Einen schönen Sonntag wünscht euch die
    Tanja

  3. PE

    Da gibt es aber doch größere Unterschiede…In Berlin und im Berliner Umland ist es normal, dass 95% der Mütter ganz schnell nach der Geburt des Kindes in ihren Job zurückkehren.
    Da war ich schon die Ausnahme, dass ich drei Jahre zu Hause war und dann wieder halbtags anfing.
    Und da ich mit jungen Familien arbeite, kann ich sagen, dass jetzt viel mehr Väter auch Erziehungszeit nehmen und das schon sehr normal ist.
    Mir ist auch egal, was es für schmerzhafte Beauty-Neuheiten gibt. Kein Nikotin und ganz wenig Alkohol, gesundes basisches Essen und ein bisschen Krafttrainig müssen reichen.
    Nächsten Monat werde ich 50 und es ist für mich ein Geburtstag wie jeder andere. Oder nicht ganz…Vor drei Jahren war ich so krank, dass ich mich jetzt an jedem Geburtstag wie irre freue, dass ich noch da bin.

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